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Bei der Hausfinanzierung an Kleinigkeiten denken


Ohne eine solide Planung ist ein Bauvorhaben zum Scheitern verurteilt. Ein Finanzierungsplan ist daher unerlässlich. Damit der Häuslebau auch nachträglich nicht aus dem Ruder läuft, sollten Bauherren vermeintlich kleine Kosten für den Garten oder die Einrichtung einkalkulieren.

von Tobias Patzkowsky am 02.11.2010

[caption id="attachment_1291" align="aligncenter" width="450" caption="Damit der Finanzplan nicht aus dem Ruder läuft: Kleine Kosten berücksichtigen!"][/caption]

Am Ende musste die Volksbank nochmals einspringen. Eine junge Familie hatte sich beim Bau des ersten Hauses dermaßen verkalkuliert, dass die veranschlagten Mittel inklusive des Bankkredits nicht reichten. Der Mann wollte doch eine schmucke Hütte im Garten stehen haben, die Frau passend dazu eine gepflasterte Terrasse.

„Im Notfall helfen wir als Bank natürlich auch in solchen Fällen“, sagt Markus Frings - allerdings häufig zu schlechteren Konditionen. Fehler beim Häuslebau will der Marler Immobilienexperte daher vermieden wissen.

Auch Kosten für Sträucher und Blumen berücksichtigen

„Wenn man alle Dinge von Anfang an in die Kalkulation einbezieht, kommt es im Nachhinein mit Sicherheit nicht zum bösen Erwachen.“ Schwarze Schafe in der Branche rechneten oftmals nur die Kosten für das Haus an sich ein. Kosten für den Garten seien da aber noch lange nicht berücksichtigt.

„Wenn man die Kosten für das Einsäen eines Rasens einrechnet, sind da noch lange nicht die Sträucher oder Blumen drin“, sagt Frings. Daher gilt es vor allem, auch die vermeintlich kleinen Kostenträger nicht zu vernachlässigen. „Die Gardinen verursachen genauso Kosten wie der nötige Umzug oder die neue Einrichtung.“

Die drei Säulen des Finanzplans

Vor dem Bau bedarf es daher eines Finanzierungsplans. Der teilt sich in drei Säulen:

  • das Bankdarlehen,

  • das Eigenkapital,

  • zusätzliche Darlehen wie Arbeitgeber-, Förder- oder Bauspardarlehen.


[caption id="attachment_1260" align="alignleft" width="87" caption="Markus Frings"][/caption]

„Früher machte das Eigenkapital idealerweise 20 Prozent aus“, so Frings. Das Verhältnis verschiebt sich aber zunehmend hin zu einer Vollfinanzierung ohne jegliches Eigenkapital. Die derzeit niedrigen Zinsen machen es möglich. Eine gute Bonität ist dazu aber Voraussetzung. „Bei einem leitenden Angestellten ist eine Vollfinanzierung mit Sicherheit leichter als bei niedrigeren Einkommen.“

So viel wie möglich Eigenkapital

Markus Frings rät trotzdem: „Das Maximum an Eigenkapital einzusetzen, ist eigentlich immer sinnvoll.“ So sinke der aufzubringende Betrag, der zu tilgen sei, und damit auch die monatliche Rate. Auf der anderen Seite schwinden aber die liquiden Mittel daheim. Andererseits sollte man auch nicht alle Eigenmittel in den Bau schießen. Drei bis sechs Monatsgehälter sollten Bauherren in der Hinterhand haben, steht unerwartet eine kostspielige Autoreparatur an.

Knackpunkt Eigenleistung

Knackpunkt bleibt aber vielfach die veranschlagte Eigenleistung. „Dabei überschätzen sich Bauinteressenten oftmals“, sagt Markus Frings. „Durch selbst erbrachte Leistungen am Bau spart man zwar den Lohnanteil für die Handwerker, die Materialkosten bleiben aber.“ Selbstkritik sei daher unumgänglich.

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