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Eigenleistung am Bau: Geld spart man nur mit Geschick


Es klingt verlockend: Wer beim Hausbau auf eigene Faust verputzt, malert oder Leitungen verlegt, kann eine Menge Geld sparen. Allerdings setzen Eigenleistungen einiges handwerkliches Geschick und viel freie Zeit voraus. Sonst kann die ganze Angelegenheit am Ende wesentlich teurer werden als gedacht.

von Björn Goldmann am 25.07.2011

Schon als in den 70er Jahren das Wort „Muskelhypothek“ geprägt wurde, waren die Umstände nicht anders als heute. Wer ein Haus baut, dreht meist jeden Euro um. Sei es wegen knauseriger Banken, sei es wegen Nachwehen der Wirtschaftskrise. Viele Bauherren denken sich deshalb: Warum nicht einen Teil selbst machen? Warum nicht mit Angehörigen, Freunden, Nachbarn oder Arbeitskollegen selbst Fliesen verlegen, warum nicht Tapezier- und Malerarbeiten ausführen? Immerhin sind das die Klassiker auf der „Do it yourself“-Agenda, die häufig als „Eigenkapital“ im Finanzierungsplan auftauchen.
Um zu wissen, wie hoch die Eigenleistungen sein können,  müssen die gesamten Baukosten im Vorfeld bekannt sein. Anhand des Baukostenplanes kann dann ermittelt werden, welche der Arbeiten selbst gemacht werden kann und wie viel Geld sich so einsparen lässt. Als Wert wird der Betrag angesetzt, der sonst an einen Bauunternehmer fließen würde. Bei der Höhe der Eigenleistungen akzeptieren die Banken in der Regel Eigenleistungen in Höhe bis zu 15 Prozent der Baukosten.

Baumaschinen und Versicherungsschutz

Doch sollte sich jeder Bauherr im Klaren sein: Ausschlaggebend für sinnvolle Eigenleistungen sind handwerkliches Geschick, ausreichend Zeit, die Verfügbarkeit von Baumaschinen und Werkzeugen und die Anzahl der Helfer. Auch wichtig: Ein entsprechender Versicherungsschutz muss abgeschlossen werden, sowohl für den Bauherrn als auch für die freiwilligen Helfer. Zu 400 Unfälle kommt es laut der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft jährlich bei nicht gewerbsmäßigen Helfern, darunter sind etliche Todesfälle. Alle Helfer müssen also per Bauhelferversicherung abgesichert werden. Pro Helfer und Stunde kostet der Unfallschutz je nach Region 1,30 bis 1,72 Euro. Eine Ausnahme ohne Versicherungspflicht gibt es nur bei kurzfristigen Gefälligkeitsleistungen zwischen Verwandten.

Schuss kann schnell nach hinten losgehen

Doch Vorsicht: Wer sich mit den Arbeiten übernimmt, riskiert Pfusch am Bau und Verzögerungen. Dann muss ein Profi für viel Geld nachbessern, die Bauzeit verlängert sich, die Kosten der Zwischenfinanzierung steigen. Ein Beispiel? Da eignet sich der Dachausbau. Wer die Schrägen gut dämmt und verkleidet, spart mit rund 130 Stunden Arbeit ganze 4100 bis 5300 Euro Lohn. Wer allerdings schlampt, bläst das Gesparte via Heizkosten wieder durch die Ritzen.

Zudem stellen sich bei der Eigenleistung ganz praktische Fragen: Wer kann schon lange seinen Arbeitsplatz im Stich lassen, um wochenlang selbst am Haus mitzubauen? Hat der Laie die Routine eines Profis? Erfahrungsgemäß schafft ein Bauherr höchstens zwei Drittel der Leistung eines Fachmanns. Ohnehin: Treten wirklich Mängel am Haus auf, stellt sich die Frage: War es die Eigenleistung oder die Arbeit des Profis? Bauunternehmer wälzen die Schuld gern auf den Do-it-yourself-Einsatz ab...

 Von Altlast bis Zwangsversteigerung, von a bis z. Im Vestimmo-Lexikon werden Begriffe aus den Themenbereichen Bauen und Finanzen erklärt.

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