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Carport oder Garage?


Soll das Auto in einer Garage untergestellt werden? Oder passt vielleicht auch ein Carport zum Haus? Beides hat Vor- und Nachteile, die jeder für sich abwägen muss. Eine Orientierungshilfe.

von Björn Goldmann am 23.01.2012

CARPORT

Vorteile
-
Das Auto trocknet schnell, weil ein Carport nicht komplett geschlossen ist und die Luft zirkulieren kann. Staunässe am Auto wird vermieden, die Rostgefahr verringert sich.

- Ein Carport kostet weniger als eine Garage. Besonders dann, wenn man ihn selbst aufbaut. Im Baumarkt gibt es Bausätze aus Holz und Beton.

- Ein Carport aus Fertigteilen kann innerhalb eines Tages aufgebaut werden. Auch das Fundament ist weniger aufwendig als bei einer Garage.

- Im Allgemeinen werden Carports vom Bauamt leichter genehmigt als Garagen.

- Weil der Carport kein Tor hat, kann man zügig hineinfahren. Der Einfahrtswinkel kann sogar vergrößert werden, indem man die ersten Pfosten durch Leimholzbögen ersetzt.

- Je nach zur Verfügung stehendem Platz sind Lage, Größe und Optik des Carports planbar. Teile von Häusern wie Wände oder das Dach können als Teile für den Carport mitgenutzt werden, was die Kosten weiter sinken lässt.

- Zur Wahl der Wände stehen Verkleidungen aus Holz oder Glas, Aluminium oder Stahl. Überhaupt: Ob rustikal, verspielt oder geradlinig, ob mit Giebel-, Flach- oder Tonnendach – die Möglichkeiten der Gestaltung sind vielfältig. Durch harmonierende Formen und durch gleiche Materialien können Carport und Haus aufeinander abgestimmt werden.

- Sonderhöhen sind auf Wunsch erhältlich. Interessant vor allem für Besitzer von Wohnmobilen, Transportern oder einem Bully.

- Eine Einbaukammer kann zusätzlichen Stauraum für Gartengeräte, Grill und die Mülltonnen bieten. Auch das Brennholz findet unter dem Carport Platz, es trocknet durch die Luftzirkulation besonders gut.

- Bei Regen ist der Carport als „überdachte Terrasse“ nutzbar.

- Unterschiedliche Bauweisen ermöglichen eine leichte Einbindung von energiesparenden Maßnahmen (z.B. Solarmodule auf dem Dach oder Dachbegrünung).

Nachteile
- Es gibt keine Möglichkeit, den Carport zu beheizen. Sinnvoll ist dies ohnehin nicht, weil mindestens eine Seite des Baus offen ist.

- Ein abschließbares Tor, das Diebe abschrecken könnte, gibt es ebenfalls nicht. In der Autoversicherung ist das Garagenauto dadurch häufig günstiger als das Carport-Auto. Rasenmäher und Fahrräder sollten – wenn überhaupt – nur im eventuell vorhandenen Abstellraum untergebracht werden.

- Auch der Marder kann ungehindert sein Unwesen treiben und an den Leitungen des Autos knabbern.

- Trotz der Unterstellmöglichkeit können die Scheiben des Autos im Winter gefrieren.

- Pflegebedürftig sind Carports vor allem, wenn sie aus Holz bestehen. Die Balken müssen in regelmäßigen Abständen mit entsprechender Holzschutzfarbe gestrichen werden.

- Ein Carport ist zwar günstiger als eine Garage, doch muss bei der Materialwahl (Holzart, Dacheindeckung) nachgebessert werden, um annähernd die gleiche Haltbarkeit wie bei einer Garage zu erzielen.

GARAGE

Vorteile
-
Die Garage ist abschließbar und von allen Seiten geschlossen. In einer Garage können auch andere Dinge, beispielsweise Werkzeuge und Rasenmäher, vor Diebstahl geschützt werden. Da die Fahrzeuge in einer Garage nicht sichtbar sind, haben Einbrecher meist auch keinen Anhaltspunkt, dass hier ein hochwertiges Fahrzeug steht. Zudem wissen sie nicht, ob der Wagen gerade in der Garage steht oder ob diese leer ist. Beim Garagentor kann meist zwischen einem Rolltor oder einer kippbaren Variante entschieden werden. Ein Rolltor braucht weniger Platz, ist aber nicht so sicher wie ein kippbares Standardtor.

- Wenn der Marder kommt, drohen kaputte Kabel. Den Weg in die Garage findet der Kabelbeißer allerdings nicht so leicht. Auch anderen Tieren wird der Zugang erschwert.

- Die Kfz-Versicherung ist für Garagenautos häufig günstiger als für Fahrzeuge, die unter einem Carport stehen.

- Moderne Garagen lassen sich optisch an Wohnhäuser und Grundstücke anpassen. Auch Fertiggaragen werden durch Klinkersteine oder Putz harmonisch mit dem Haus verbunden.

- Wer gerade baut, der kann seine Garage direkt mit unterkellern lassen. Das bringt zusätzlichen Stauraum. Ebenfalls praktisch ist ein direkter Zugang zum Haus. So kommt man immer trocken ins Auto und wieder zurück ins Haus.

- Viele Architekten erstellen Garagen mittlerweile mit Fenstern. Sie wollen weg vom weit verbreiteten Garagenimage des fensterlosen Schuhkartons...

Nachteile
-
Der Bau einer Garage ist kostspieliger als der eines Carports.

-  Durch die mangelnde Belüftung können Feuchtigkeit und die Nässe am Fahrzeug nur schwer abtrocknen. Dies gilt vor allem dann, wenn der Innenraum der Garage nicht beheizt wird und hier dann ein feuchtkaltes Klima herrscht. Die Folge: Rost am Auto.

- Eine Garage kann schlecht selber gebaut werden, es sei denn, der Bauherr ist handwerklich begabt und hat schon einmal mit Mörtel gearbeitet.

- Eine Baugenehmigung für eine Garage ist häufig schwieriger zu bekommen als die für ein Carport.

- Garagen haben meist vorgegebene Formen und Materialien und wenig Variantenreichtum.

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