Rasenarten
Schon der erste Blick in die Angebotspalette der Händler zeigt: die Arten- und Sortenvielfalt ist überwältigend. Rasenarten unterscheiden sich aber nicht nur optisch, sondern auch in ihren Ansprüchen. Beim Kauf sollte man daher nicht nur die spätere Belastung der Fläche, sondern auch die Lage und die Sonneneinstrahlung bedenken. Grob unterschieden wird zwischen Gebrauchs- und Zierrasen. Ein Spiel- und Gebrauchsrasen erholt sich schnell von spielenden Kindern, muss aber auch häufig gemäht werden. Ein Zierrasen wächst langsamer, er ist aber auch die pflegeintensivste Sorte. Er zeichnet sich vor allem durch feine, dichtwachsende Grasarten aus, ist aber auch sehr empfindlich. Trotzdem ist ein Zierrasen (darunter auch der bekannte „englische Rasen“) der Traum vieler Gärtner.
Für schattige Stellen gibt es spezielle „Schattenmischungen“, die auch unter Bäumen und an der lichten Nordseite des Hauses wachsen. Ein Tipp: Statt nur Sonnen- und Schattenrasen zu verwenden, können beide Sorten gemischt werden.
Wenn es schnell und unkompliziert gehen soll, ist Rollrasen eine echte Alternative. Der vorgezogene und sehr dichte Fertigrasen kann wie ein Teppich verlegt werden.
Aussaat
Ausgesät wird der Rasen im Frühling und im Herbst. Zunächst wird der Boden mit einem Spaten gelockert. Dabei nicht nur sämtliches Unkraut, sondern auch Steine und alten Rasen entfernen. Kleine Unebenheiten sollten ebenfalls ausgeglichen werden, denn in den Dellen sammelt sich Wasser – und dann lässt das Moos auch nicht lange auf sich warten. Der Boden wird nun mit einer Harke geebnet und anschließend mit einer Walze oder auch mit gezielten Fußtritten verdichtet. Und nun geht‘s endlich mit dem Säen los. Das Saatgut wird gleichmäßig per Hand auf der Fläche verteilt. Pro Quadratmeter sollte eine Handvoll ausreichen. Alternativ können die Samen auch mit einem Streuwagen verteilt werden (im Baumarkt ausleihbar). Ratsam ist nun auch das Aufbringen eines Rasenlangzeit- oder eines speziellen Startdüngers. Alles wird nun flach eingeharkt und der Boden danach mit einer Walze oder mit den Füßen angedrückt. Ab nun regelmäßig gießen, die Fläche sollte nicht austrocknen! Aber nicht zu viel Wasser verwenden, die Samen sollen nicht wieder wegschwimmen. Nach rund einer Woche zeigen sich die ersten Halme, nach drei Wochen kann der Rasen dann zum ersten Mal geschnitten werden.
Rollrasen wird nach dem Vorbereiten des Bodens lückenlos und ohne Überlappungen verlegt. Überstehende Teile werden einfach mit dem Messer abgetrennt. Jetzt noch alles festtreten, damit die Graswurzeln Kontakt zum Boden bekommen.
Düngen
Ohne Nährstoffe wird die Rasenfläche weder dicht noch sattgrün. Gut gedüngt hält der Rasen auch Unkraut und Krankheiten stand. Gedüngt wird am besten JETZT zu Beginn der Wachstumsphase im Frühling. Empfehlenswert ist ein mineralischer Langzeitdünger, der den Rasen über drei Monate mit allen nötigen Nährstoffen versorgt. Für die letzte Düngung im Spätsommer (Ende August/Mitte September) eignet sich dagegen ein organischer Langzeitdünger, der den Rasen über Herbst und Winter versorgt. Was einen guten Rasendünger auszeichnet? Er sollte die Nährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium enthalten. Beim Düngerkauf deshalb immer auf die Zusammensetzung achten. Stickstoff wird auf der Verpackung als N angegeben. Er ist für das Wachstum und eine satte Farbe förderlich. Gerade bei Zierrasen sollte ein stickstoffreicher Dünger verabreicht werden, Spielrasen benötigt dagegen mehr Kalium (auf der Verpackung als K angegeben). Idealerweise wird Dünger mit einem Düngerwagen verteilt, per Hand sollte man ihn sowohl in Längs- als auch in Querrichtung streuen.
Bewässerung
Schon jetzt sieht man in einigen Gärten braune Stellen auf dem Rasen. Kein Wunder, die Sonne hat in den vergangenen Wochen mächtig Gas gegeben. Es muss also gegossen werden. Kein Grün ohne Wasser! Wann das Gras kräftig Durst hat, können Sie selbst testen: Einfach mit dem Fuß auf den Rasen treten. Richten sich die Halme nach 15 Minuten nicht auf, wird es Zeit. In der Regel sollte der Boden mindestens zehn Zentimeter tief durchfeuchtet werden. Meist sind dazu 15 l/ m² nötig, auf sandigen Böden weniger, auf lehmigen mehr. Für den Gartenliebhaber heißt das: Bei normaler, warmer Witterung sollte das Grün zwei bis dreimal pro Woche gewässert werden. Am besten am frühen Morgen, dann kann das Wasser nicht so schnell verdunsten und der Rasen ist auch an heißen Tagen optimal versorgt.
Rasenmähen

Auch wenn es nervt: Mähen ist wichtig, damit der Rasen zum dichten und gesunden Teppich wird. Einzelne Halme blühen durch den regelmäßigen Schnitt erst gar nicht und die Rasenpflanzen bilden zahlreiche Nebentriebe. Mit jedem Stutzen wird die Rasenfläche also immer dichter. Spiel- und Gebrauchsrasen sollte vom Frühjahr bis in den Spätsommer einmal pro Woche gemäht werden, mit vier bis fünf Zentimetern Länge ist er gegen stärkere Belastungen bestens geschützt. Die Pflege von Zierrasen ist dagegen schon etwas aufwendiger, hier kann man durchaus bis zu dreimal pro Woche mähen, am besten auf 2,5 bis drei Zentimeter Länge. Gemäht wird am besten am späten Vormittag, dann ist der Morgentau bereits verdunstet und die Sonneneinstrahlung noch nicht so stark. So wird der Rasenmäher auch keine Fahrspuren im Boden hinterlassen.
Generell gilt: Der erste Schnitt im Frühling sollte sehr kurz sein, nämlich zwei bis drei Zentimeter. Dann kann der Rasen kräftiger nachwachsen. Der letzte Schnitt im Oktober sollte dann 0,5 Zentimeter kürzer sein als gewöhnlich.
Rasenschnitt für den Kompost
Bleibt das geschnittene Gras liegen, bildet sich darunter Feuchtigkeit und der Rasen beginnt zu faulen. Die Überreste des Mähens müssen aber nicht unbedingt am städtischen Betriebshof entsorgt, sondern können auch als Kompost genutzt werden. Mit Holzhäckseln vermischt kommt der Rasenschnitt in den Schnellkomposter. Ausgetrockneter Rasenschnitt eignet sich auch gut als Mulch für die Beete.
Unkraut und Moos
Düngen unterdrückt das Unkraut. Trotzdem kann es sich der ein oder andere ungebetene Gast auf dem Rasen heimisch einrichten. Große Pflanzen sollten mitsamt der Wurzel ausgestochen werden. Bei Löwenzahn drauf achten, dass die gesamte Pfahlwurzel entfernt wird! Nimmt das Unkraut Überhand, helfen auch chemische Unkrautvernichter. Häufig gibt es Rasendünger und Unkrautvernichter aber auch schon gemischt zu kaufen. Bedenken sollte man allerdings, dass Unkrautvernichter auch immer ein Eingriff in das Ökosystem des Gartens sind. Der Rasen benötigt nach der Behandlung eine intensive Pflege.
Gegen Moos hilft das Vertikutieren im Frühjahr. Über eine einstellbare Messerwalze holt das Vertikutier-Gerät Rasenfilz und Moos aus der Grasnarbe, der gesamte Untergrund wird besser durchlüftet. Auch Regenwasser kann dann besser in die Erde gelangen. Denn Moos gedeiht besonders auf Boden, der nährstoffarm und zu feucht ist.
Rasenkanten
Auch dem Rasen müssen Grenzen gesetzt werden, wuchert er doch sonst in die Beete über. Und da ist er selten erwünscht. Alle zwei Monate sollten man die Kanten daher mit dem Spaten abstechen. Doch ist das Schneiden der Rasenkante mit Schere und Trimmer meist eine Geduldsprobe. Dies kann man sich beispielsweise mit dem Verlegen von Randsteinen ersparen. Die Steine verlegt man so, dass sie ebenerdig mit der Rasenkante abschließen. Nun kann der Mäher vorsichtig über die Kante geführt werden und dabei jeden Grashalm erfassen.