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Sonnenschutz vom Schirm bis zum Segel


Endlich wieder Sommerwetter! Wohl kaum jemand freut sich nicht auf die warmen Monate. Doch so froh die Sonnenstrahlen auch machen – beim längeren Sitzen im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon können sie auch schon einmal stören. Oder es wird einfach zu warm. Möglichkeiten für den Sonnenschutz gibt es viele – vom einfachen Schirm bis zur Markise, die sich bei Bedarf von selbst ausrollt. Hier sind die Tipps.

von Caroline Uschmann am 04.06.2011

SONNENSCHIRM
Der Klassiker: Eine Gartenanlage oder ein Hochhaus ohne Sonnenschirm wird man bei sommerlichen Temperaturen kaum finden. Die Auswahl ist riesig und reicht von runden und ovalen bis zu eckigen Formen mit Holz-, Kunststoff-, Alu- oder Stahlmast. Die Schirme lassen sich leicht handhaben, im besten Fall über Dreh- und Kippmechanismen dem Lauf der Sonne anpassen, sie sind mobil und in einfacher Form preisgünstig.
Kunststoff- oder Holzmodelle bekommt man meist mit einem manuellen Schiebemechanismus, einige haben auch einen Seilzug.

Beim klassischen Schirm gibt es zwei verschiedene Formen: den Mittelmast- und den Ampelschirm, auch Seitenarmschirm genannt. Beim Mittelmastschirm steht der Mast zentral unter dem Schirm, bei der anderen Variante ist er seitlich montiert. Ein hochwertiger Sonnenschutz zeichnet sich dadurch aus, dass die Bespannung zur Reinigung leicht abnehmbar ist und einzelne Streben ausgewechselt werden können. Beim Kauf sollte man auf das Siegel „UV Standart 801“ achten.

Je nach Bauart und Material bieten die Schirme, wie die meisten anderen hier vorgestellten Einrichtungen, auch Schutz gegen Regen. Bei Sonnenschirmen sind hier am besten die als Marktschirme bezeichneten Exemplare mit Größen von etwa zwei bis fünf Metern Durchmesser und mit imprägnierter Stoffbespannung geeignet. Sie sind witterungsresistent und trocknen leicht wieder. Viele Schirme sind jedoch kleiner. So beliebt diese auch sind, schon deshalb sind die Einsatzmöglichkeiten begrenzt. Außerdem reichen sie für den kompletten Schutz nicht immer aus, denn durch die Sonnenstrahlen, die von der Seite einfallen und vom Boden reflektiert werden, kann man selbst unter einem hochwertigem Modell einen Sonnenbrand bekommen.

Dennoch gibt es Unterschiede bei der Qualität. Wer lange etwas von seinem Schirm haben möchte und öfter mit stärkerem Wind zu kämpfen hat, sollte Konstruktionen aus Aluminium, Stahl oder Holz wählen. Diese werden über den Kurbelmechanismus einer Hubspindel bedient und lassen sich auch bei größeren Durchmessern leicht bedienen. Sie sind allerdings auch entsprechend teurer.

MARKISE
Die Markise ist eine Gestellkonstruktion und wird an der Hausfassade oder Balkondecke befestigt. Sie ist mit einem Stoff oder auch einer Plastikplane bespannt, die vor Sonneneinstrahlung schützt. Je nach System wird sie mit einer Handkurbel oder einem Elektromotor entfaltet.
Gelenkarmmarkisen werden gern von Privathaushalten oder für kleinere Fenster verwendet. Sie haben meistens links und rechts eine Stange mit Gelenk und lassen sich per Hand oder per Kurbel ausklappen.
Bei Fallarm- oder Kassettenmarkisen ändert sich mit dem weiteren Ausfahren automatisch der Neigungswinkel und damit die Beschattung. Bei der Gelenkarmmarkise lässt sich der Neigungswinkel zusätzlich stufenlos verstellen. Fest montierte Varianten oder Korbmarkisen lassen sich dagegen nicht variieren.
Das Textilgewebe muss bei allen Formen licht- und wetterbeständig sein. Auch die Luftdurchlässigkeit ist wichtig, damit unter der Markise kein Hitzestau entsteht.

Bei der Markisolette handelt es sich um eine sehr bedienerfreundliche Kombination aus Außenrollo und ausstellbarer Markise. Mit ihr wird ein effektiver Sonnenschutz auch bei steil stehender Sonne erreicht. Wer seine Markise auch zur Beschattung von Pflanzen nutzen möchte oder sich einfach das ständige Kurbeln sparen will, kann auf eine sensorgestützte elektrische Steuerung zurückgreifen. Damit fährt sich der Sonnenschutz bei Wärmeeinstrahlung eigenständig aus und bei Wind und Regen wieder ein.
Die Markise ist von allen Sonnenschutz-Varianten sicherlich die teuerste, dafür bietet sie hohen Komfort und braucht nur wenige Handgriffe. Mieter sollten das Anbringen einer Sonnenschutzanlage generell mit ihrem Vermieter abstimmen, vor allem, wenn die Fassade dabei angegriffen wird. Die Montage sollte ein Fachbetrieb vornehmen.

PERGOLA
Ein fest installiertes Terrassendach oder ein Pavillon kann frei im Garten stehen oder direkt ans Haus angebaut werden, Terrassen und Sitzgruppen lassen sich so dekorativ überbauen. Beide Varianten spenden dauerhaft wohltuenden Schatten. Sie können aus Holz bestehen oder auch mit Glas oder Aluminium bedeckt sein.
Pergolen bieten Schutz vor sämtlichen Witterungseinflüssen. Die klassische Holzbalkenkonstruktion eignet sich besonders gut als Sonnenschutz – sie lässt keine Sonnen- und UV-Strahlen durch. Eine Holzpergola heizt sich auch bei starker Sonneneinstrahlung kaum auf. Ist sie direkt ans Haus angebaut, sollte man auf ein transparentes Bedachungsmaterial achten, da sonst das Wohnzimmer zu stark abgedunkelt wird.Wählt man ein Glasdach, ist weitergehender Sonnenschutz durch eine Markise oder die Beschichtung der Glasplatten mit Sonnenschutzfolie unbedingt erforderlich. Mittlerweile gibt es auch Pergolen mit integriertem Sonnenschutz, der bei Bedarf ausgefahren werden kann.
Mit vorgefertigten Holzbauteilen und etwas handwerklichem Geschick lassen sich Pergolen und Pavillons auch selbst im Garten errichten. Man sollte sie jedoch gut vor Wasser schützen. Für Teile, die Bodenkontakt haben, eignen sich robuste Holzarten wie Eiche, Lärche oder Fichte.

SONNENSEGEL
Markisen erfordern oft einen baulichen Eingriff in die Fassade, die Nutzungsmöglichkeiten eines Sonnenschirms sind begrenzt. Leichter selbst zu montieren und zudem preisgünstiger als Markisen sind Sonnensegel, die zum Bespiel zwischen Balkongeländer und Hausfassade oder auch an einer Stange in der Erde befestigt werden können. Über eine Drahtseilkonstruktion verspannt spenden sie durch ihre Schräglage oft sogar mehr Schatten als andere Systeme und sind flexibel einsetzbar. Die Segel dunkeln nicht ab und bleiben lichtdurchlässig. Es gibt sie in verschiedensten Formen: als Drei- oder Rechtecke, in quadratischer Form oder als Trapez. Die Größen reichen von etwa zwei bis fünf Metern, viele Modelle vermitteln eine Art Zeltcharakter.

Da die Befestigung in der Regel nur wenige Handgriffe erfordert, kombiniert so mancher Garten- oder Balkonbesitzer Schirm oder Markise mit einem Segel. So bleibt’s selbst bei ungünstigen baulichen Gegebenheiten und schräg einfallenden Sonnestrahlen immer schön schattig. Zudem ist der Sitzplatz von neugierigen Blicken im wahrsten Sinne des Wortes abgeschirmt. Durch die Öffnung zur Seite kann sich keine Hitze anstauen. Oft reicht auch schon das Sonnensegel allein zum Schutz vor der Sonne. Man kann die Planen, die sich auch gut auf Ausflüge mitnehmen und am Baum befestigen lassen, auch komplett freistehend benutzen. Allerdings sind sie dann anfälliger gegen Wind.

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