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78 Schlichtungen für Marler Schiedsleute


Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, sagt der Volksmund. Karl-Heinz Duda und seine Schiedsmannkollegen sind bei Streitigkeiten immer die Dritten. Nur freuen sie sich nicht, wenn sich Bürger an die Köpfe kriegen. Duda und seine Kollegen kümmern sich vielmehr darum, dass sich die Menschen wieder vertragen. "Schlichten statt richten", lautet das Motto der Marler Schiedsleute.

von vestimmo am 07.02.2012

[caption id="attachment_43230" align="alignleft" width="300" caption="Zoff nur fürs Bild: die Marler Schiedsleute Karl-Heinz Duda (l.) und Hans-Jürgen Tietz. Foto: Uschmann"][/caption]

Auch im vergangenen Jahr hatten die ehrenamtlichen Schiedsleute der sechs Schiedamtsbezirke des Amtsgerichts Marl (fünf für Marl, einer für Haltern) wieder eine ganze Menge zu tun. Insgesamt wurden 85 Anträge im Straf- und Zivilrecht auf Durchführung einer Schlichtungsverhandlung gestellt. Tatsächlich durchgeführt wurden 78 Verhandlungen, in denen auch Rechtsbeistände mitgewirkt haben. In 56 Fällen erzielten die Parteien eine Einigung. Karl-Heinz Duda ist mit diesem Ergebnis hoch zufrieden: „Das ist eine Vergleichsquote von 66 Prozent. Und damit liegen wir erneut über dem Bundesdurchschnitt von 52 Prozent.“

Wie auch im Vorjahr überwogen 2011 die nachbarschaftlichen Zivilstreitigkeiten. In den Verandlungen ging es meistens um Mietstreitigkeiten, ruhestörenden Lärm, Überstände bei Hecken und Bäumen sowie um Geldforderungen.

Durchgeführt wurden auch 15 Privatklagen. Auslöser dafür waren zum Beispiel die „dumme Kuh“ im Hausflur, der Tritt gegen die Haustür oder Sätze wie „Pass auf, beim nächsten Mal gibt es was auf die Mütze“.
Kurzum: Es ging um Beleidigungen, Sachbeschädigung und Bedrohung. Gestiegen ist die Zahl der so genannten Tür- und Angelfälle. Dies sind Fälle, in denen sich Bürger beim Schiedsmann meldeten, weil sie Ärger mit dem Nachbarn haben. 75 dieser Streitfälle konnten ohne Schlichtungsverhandlung nach einem klärenden Gespräch geschlichtet werden.

Der Gang zum Schiedsmann ist einfacher und vor allem preiswerter als ein Prozess vor dem Kadi. Eine rechtsverbindliche Streitschlichtung kostet zwischen 35 und 50 Euro. Karl-Heinz Duda: „Das Schiedsamt hat in unserer Gesellschaft seinen Platz und stärkt auch weiterhin den nachbarschaftlichen Frieden in unseren Städten.“

Ein Bezirk soll künftig wegfallen

Weil Schiedsmann Ludwig Kamps aus familiären Gründen nicht mehr zur Verfügung steht, sollen die Schiedsbezirke der Stadt Marl in Kürze von fünf auf vier reduziert werden. Der Bürger wird davon nichts merken. Die Schiedsleute sind weiterhin flächendeckend im Stadtgebiet tätig. Ohnehin ist die Anzahl der strafrechtlichen Fälle um ca. 20 Prozent gesunken. Grund ist eine Vorschrift des Landes NRW. Sie sieht vor, dass alle strafrechtlichen Fälle, also auch die, die früher sofort beim Schiedsmann landeten, erst einmal von einem Staatsanwalt geprüft werden.

Kontakt: Karl-Heinz Duda,  02365/1 41 01

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