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Perfekt durch-Dach-t? - Wann eine Dachsanierung sinnvoll ist


Ihnen ist schon länger keiner mehr aufs Dach gestiegen? Das ist erstmal natürlich erfreulich - andererseits könnte es sein, dass es allerhöchste Zeit dafür wird. Denn das Dach birgt eines der größten Potenziale zur energetischen Optimierung an einem Haus. Gerade bei älteren Gebäuden empfiehlt es sich, die Beschaffenheit einmal gründlich unter die Lupe zu nehmen. Und das nicht nur zur Diagnose von handfesten Dachschäden, sondern vor allem auch, um mögliche Verbesserungsmaßnahmen zu prüfen. Diese müssen übrigens nicht immer ein Vermögen kosten

von Stefanie Biber am 14.08.2011

Wann ist eine Dachsanierung sinnvoll?

Ob ein Dach alle 30, 50 oder 80 Jahre komplett neu gedeckt werden muss, ist eher eine Glaubensfrage denn eine Leitlinie. Die Meinungen der Fachleute sind hier ebenso unterschiedlich wie die Materialien, die verbaut wurden und werden - sowie natürlich deren Qualität. Statt dessen sollte man sich bei dieser Frage auf das Offensichtliche konzentrieren.

- Undichtigkeiten: Gibt es feuchte Stellen oder Schimmel im Innenbereich? Tritt eventuell gar sichtbares Wasser ein? - Dann drohen Gesundheitsrisiken und größere Bauschäden.

- Fehlende Dämmung: Ist es im Winter eisig unterm Dach und im Sommer extrem heiß? - Abgesehen vom Wohlfühlfaktor, schießen in den kalten Monaten die Heizkosten nach oben. Man achte auf verdächtige Indizien: Bleibt das Dach zum Beispiel trotz Schneemassen und Dauerfrost stets völlig frei von der weißen Pracht, ist Handeln angesagt!

- Moos: Sind die Dachziegel mit einer dichten grünen Schicht überzogen? - Diese behindert den Abfluss des Regenwassers, was zu Pfützenbildung und im Winter zu Frostschäden führen kann.

- Lose Ziegel: Sind einzelne Dachziegel deutlich gelockert? - Dann können sie sich bei Sturm leicht ganz lösen und schwere Schäden verursachen, für die der Hausbesitzer selbstverständlich haftet.

- Zugluft: Zieht es im Dachgeschoss ständig unangenehm? - In solchen Fällen ist meist die Unterspannbahn des Daches, welche unter die Dachziegel eintretende Feutchtigkeit durch Regen oder Schnee ableitet, beschädigt (oder gar nicht vorhanden!) - Wärmeverlust und Undichtigkeiten bei starkem Regen sind die Folge.

- Verschmutzungen: Machen Teilbereiche oder auch das gesamte Dach einen ziemlich verdreckten Eindruck? - Auch wenn sich hierdurch zunächst einmal keine größeren Probleme ergeben: Schön ist was anderes!

- Ausbau des Dachbodens: Soll neuer Wohnraum unterm Dach entstehen? - Dann liegt eine Komplettsanierung natürlich auf der Hand.

Und nicht zu vergessen: Ein intaktes und optimal gedämmtes Dach ist für den Werterhalt einer Immobilie ein ganz entscheidender Faktor!
Was passiert bei der Dachsanierung?

Grundsätzlich sollte die Sanierung des Daches nur von einem professionellen Dachdeckerbetrieb durchgeführt werden. Der Maßnahme geht eine Dachbegehung mit Inspektion voraus, bei welcher der zu erwartende Sanierungsaufwand ermittelt wird.
Muss das Dach komplett neu eingedeckt werden, errechnet der Dachdecker die Anzahl der benötigten Dachziegel und überprüft auch Stabilität sowie Beschaffenheit des Dachstuhles. Hier wird dann gegebenenfalls nachgerüstet.
Beim Material für die neue Dacheindeckung entscheidet neben dem eigenen Geschmack natürlich der Geldbeutel. Am gängigsten sind Tonziegel, neben Betondachsteinen die günstigste Wahl (ca. 25 Euro/qm). Schieferziegel sind sehr hochwertig, aber rund 80 Euro/qm auch ensprechend teuer. Eine Alternative sind außerdem Metalleindeckungen, wobei die Preise hier je nach Material zwischen ca. 20 und 90 Euro variieren.

Soll das Dach nicht nur neu eingedeckt, sondern gleichzeitig auch effektiv gedämmt werden, so kommen drei Hauptmöglichkeiten in Betracht:

- Aufsparrendämmung: Sie erfolgt von außen und bietet sich an, wenn das Dach ohnehin neu eingedeckt werden muss. Wie der Name schon sagt, wird die Dämmung (i.d.R. Glaswolle, Steinwolle oder Hartschaumplatten) hierbei von außen auf die Dachsparren aufgelegt. Im Idealfall brauchen dafür nur die alten Ziegel entfernt zu werden, ein bereits ausgebauter Dachboden bleibt unberührt. Die Aufsparrendämmung iost allerdings auch die teuerste Variante.

- Zwischensparrendämmung: Hierbei wird der Dämmstoff (meist Steinwolle oder Dämmkeile) von innen zwischen den bestehenden Sparren angebracht. Eine Maßnahme, die sich anbietet, wenn das Dach noch gut in Schuss ist und lediglich die Energiebilanz verbessert werden soll.

- Untersparrendämmung: Sie wird von innen direkt auf eine vorhandene Wand aufgesetzt und erfolgt meist zusätzlich zur Zwischnsparrendämmung. Vorteil: Durch die Abdeckung der Sparren werden Wärmebrücken vermieden. Ein Nachteil ist der Verlust an Wohnraum. Als Materialien werden i.d.R. dünne Mineralwollmatten oder Dämmkeile eingesetzt.  

Bei Flachdächern kommen zur Dämmung meist temperaturresistente Polyurethan-Dämmplatten oder -Spritzschaum zum Einsatz. Anschließend wird eine Elastomerschicht als UV-Schutz aufgetragen.
Was kostet der Spaß?

Wie teuer die Dachsanierung letztendlich wird, hängt natürlich vom Aufwand ab. Grob gerechnet muss man für eine komplette energetische Sanierung 100-200 Euro pro Quadratmeter Dachfläche einplanen. Kosten, die man allerdings noch ein wenig abmildern kann: Die KfW fördert inzwischen auch Einzelmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, zu denen eben auch die Dachsanierung gehört. Darüber hinaus sollte man an die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen denken.
Übrigens: Wird für die Maßnahme ein Gerüst gebraucht, empfiehlt es sich, andere anfallende Ausbesserungsarbeiten am Haus gleich mitzuerledigen, beispielsweise am Mauerwerk oder den Fenstern. Auch über die Montage einer Solaranlage im gleichen Zuge sollte nachgedacht werden.  
Ist die Dachbeschichtung eine Alternative?

Bei der Dachbeschichtung werden lediglich kleinere Schäden ausgebessert, anschließend erhalten die Dachziegel eine Grundierung sowie eine Beschichtung mit atmungsaktiver, witterungsbeständiger Farbe. Meist handelt es sich hierbei um Reinacryl. Ausgenommen sind Schieferziegel, die nicht auf diese Art behandelt werden können.
Die Dachbeschichtung ist natürlich um einiges günstiger als eine komplette Neueindeckung, wirkt ästhetisch und beugt neuer Verschmutzung vor. Für eine bessere Energiebilanz sorgt sie indessen nicht. Wer also Nägel mit Köpfen beziehungsweise ein Dach mit Zukunft machen will, ist mit einer Rundumsanierung besser beraten.

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