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Dachbegrünungen sparen Energie und Geld


Pflanzen leisten Erstaunliches für die Umwelt - selbst direkt vor der eigenen Haustür. Werden sie an der richtigen Stelle gepflanzt, können sie langfristig den Geldbeutel schonen - beispielsweise auf begrünten Dächern.

von dpa am 30.10.2010


Im Kommen: Dachbegrünungen schützen vor Hitze im Sommer - und tun auch noch etwas für das Klima.
 

Dachbegrünungen wirken wie eine natürliche Klimaanlage. Er kühlt im Sommer und wärmt im Winter. Schon in den 1990er Jahren wies Prof. Hans-Joachim Liesecke von der Universität Hannover nach, dass die Temperatur unter dem Gründach an heißen Sommertagen bei angenehmen 20 bis 25 Grad bleibt. Mit Kies abgedeckte Flachdächer heizen sich dagegen auf mehr als 50 Grad auf.


Beim Gründach ist das unnötig. Es kühlt durch die natürlichen Eigenschaften der Pflanzen: Sie nehmen Sonnenenergie auf und nutzen sie als Motor für das eigene Wachstum. Sie erzeugen Verdunstungskälte durch die ständige Feuchtigkeitsabgabe über die Spaltöffnungen in den Blättern. Sie reflektieren nicht genutzte Teile des Sonnenlichts und geben Schatten. Grundsätzlich gilt: Je dichter die Pflanzenmatte, desto besser ist der Kühleffekt.


Pflanzen nutzen auch bei Photovoltaik-Anlagen


Auch Besitzer von Photovoltaik-Anlagen können sich die Vorteile eines Gründachs zunutze machen. Denn die Leistungsfähigkeit ihrer Anlagen verringert sich ab einer Betriebstemperatur von 25 Grad mit jedem weiteren Grad um ein halbes Prozent. Je heißer die Anlage wird, desto kleiner wird der Stromgewinn. Das lässt sich verhindern, indem die Solarmodule in eine Dachbegrünung eingebettet werden. Die Anlage kann im Sommer rund ein Fünftel mehr Energie liefern.


Im Winter kehrt sich die Wirkung der Dachbegrünung um. Aus dem Kühlen wird Wärmen. Das geschieht zum einen durch die Pflanzen selbst. In ihrem Schutz entsteht ein Kleinklima, das um einiges wärmer ist als die Umgebung. Dazu kommt der Dachaufbau, der mit Wurzelschutzfolie, Dränage und Substrat bei extensiv bepflanzten Dächern eine Höhe von sechs bis zwölf Zentimetern besitzt und als Puffer wirkt.


Förderung ist möglich


In Versuchen der Universität Hannover fiel daher die Temperatur unter begrünten Dächern nur knapp unter 0 Grad - bei nicht begrünten Dächern dagegen bis minus 20 Grad. Das bedeutet Energie- und Kostenersparnis. Bei entsprechendem Dachaufbau werden die von den Bundesländer und der Kreditanstalt für Wiederaufbau gefördert werden können.


Temperatursprünge belasten die Dachhaut. Zwischen 70 und 100 Grad beträgt der Unterschied im Jahreslauf beim unbegrünten Dach. Daher werden normale Flachdächer nach rund 20 Jahren undicht, so die langjährigen Erfahrungswerte von Dachdeckern und Flachdachbesitzern. Das Gründach muss höchstens Schwankungen von rund 30 Grad ertragen. Daher kalkulieren die Fachleute mit einer Lebensdauer von mindestens 40 Jahren.


Pflanzen speichern kostbares Wasser


Nachhaltig wirkt sich eine Dachbegrünung auch auf den Wasserhaushalt aus. Üblicherweise verschwindet kostbares Regenwasser überall dort, wo die Landschaft versiegelt ist, ohne Umweg in der Kanalisation. Als Folge müssen Städte und Gemeinden die Abwasserrohre umso größer dimensionieren, je mehr gebaut wird. Anders bei Dachbegrünungen: Sie halten große Mengen des Regenwassers fest. Die Pflanzen verbrauchen das Wasser, es verdunstet und bleibt so im natürlichen Kreislauf. 50 bis 60 Prozent des Regenwassers kann ein nur 8 Zentimeter starker, extensiver Begrünungsaufbau zurückhalten.





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