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Wie man das Haus zu Geld macht


Das Leben in vollen Zügen genießen: Dieser Wunsch wird mit zunehmendem Alter Herr des Gedankens. Doch fehlen die nötigen Mittel, kann man auch sein Haus zu Geld machen. Das ist nicht nur interessant, wenn Rentner in eine Wohnbetreuung wechseln, meint Markus Frings, Leiter der Immobilienfinanzierung der Volksbank Marl-Recklinghausen.

von Tobias Patzkowsky am 16.10.2010

[caption id="attachment_2121" align="aligncenter" width="450" caption="Für späte Wünsche lässt sich das Haus zu Geld machen. Dabei muss mann noch nicht zwangsläufig ausziehen."][/caption]

Auch wenn der Trend rein statistisch noch nicht nachweisbar ist, rein gefühlsmäßig tritt er immer mehr zu Tage: Um sich einen schönen Lebensabend zu machen, benötigen Menschen in höherem Alter mehr liquide Mittel als früher. „Dieser Trend wird in den kommenden Jahren noch stärker greifen“, sagt Markus Frings von der Volksbank Marl-Recklinghausen.


Hinzu kommt: Obwohl das eigene Haus abgezahlt ist und Rentner mietfrei wohnen, kommen mehr Kosten auf sie zu - beispielsweise für einen Pflegedienst. Ohne die nötigen finanziellen Mittel kann es da knapp werden. Mit dem Eigenheim kann man aber an liquide Mittel kommen, ohne zwangsläufig sein trautes Heim zu verlassen.

  1. Verkauf des Hauses gegen Wohnrecht
    Eine Möglichkeit ist der komplette Verkauf des Hauses. Im Gegenzug lässt sich der Rentner ein lebenslanges Wohnrecht festschreiben. So entgeht er dem Risiko einer nachträglichen Kündigung. Das Geld kann er frei verwenden.

  2. Kauf auf Rentenbasis
    Eine andere Option bietet der sogenannte Kauf auf Rentenbasis. Die Systematik dahinter geht wie folgt: Der Eigentümer erhält dabei eine monatliche Mietzahlung durch den neuen Besitzer. Der bekommt das Haus aber erst mit dem Tod des alten Besitzers überschrieben. „Das ist für die Seite des neuen Eigentümers aber riskant“, sagt Frings. Um endgültig an die Immobilie zu kommen, spekuliert er nämlich mit einem schnellen Ableben. Das könne sich aber auch in die Länge ziehen.

  3. Rückwärtshypotheken
    Rückwärtshypothken sind im Kommen. Sie sind aber in Deutschland noch nicht verbreitet, sondern eher im angelsächsischen Raum. „Vorsicht ist aber geboten“, sagt Markus Frings. Am Ende könnte man ohne jegliche finanzielle Mittel dastehen. Interessierte sollten daher einen unabhängigen Berater anhören. Denn bei den Rückwärtshypotheken lässt der Hausbesitzer seine Immobilie beleihen. Dafür erhält er ein Darlehen, das entweder als regelmäßige Rente oder auf einen Schlag ausgezahlt wird. Gleichzeitig darf er im eigenen Haus wohnen bleiben. Zu Lebzeiten fallen keine Zins- und Tilgungszahlungen an. Die Rückzahlung des Darlehens wird erst dann fällig, wenn der Hausbesitzer stirbt oder aus dem Haus auszieht. Das Risiko bleibt aber: Läuft der Kredit irgendwann aus und hat der Kreditnehmer keine liquiden Mittel mehr oder können gar die Erben den Kredit nicht mehr bedienen, sind die Kreditnehmer womöglich zum Verkauf des Hauses verpflichtet, so Frings.


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