
„Wichtig ist, dass der Wert einer Immobilie immer stichtagsbezogen ist“, sagt Rainer F. Kaspar von der Volksbank Marl-Recklinghausen. Schon innerhalb eines Jahres könne sich der Wert steigern, wenn es beispielsweise potenziell mehr Interessenten für eine Immobilie gibt.
Bodenrichtwert geht zuerst in Berechnung ein
Am Anfang steht die Ermittlung des
Bodenrichtwerts. Der wird festgelegt durch den Gutachterausschuss einer Kommune und ist abhängig von der Lage des Hauses. Erst auf den zweiten Blick geht es um das Gebäude an sich. Ausschlaggebend sind unter anderem das Alter, die Ausstattung oder die Bausubstanz. Je gehobener die Aussattung, desto höher der Wert. Bei erkennbaren Bauschäden (Risse in der Wand, Keller feucht, erheblicher Nachholbedarf bei der Instandhaltung) fällt der Wert.
Aus beiden Werten ergibt sich der Sachwert. Der veranschlagte Marktwert kann allerdings abweichen - sowohl nach oben als auch nach unten. Liegt der Sachwert einer Immobilie in Marl aktuell bei 300.000 Euro, weicht der Marktwert um circa 20 Prozent nach unten ab. Liegt der Sachwert dagegen bei 100.000 Euro, käme es zu einem Aufschlag um 15 Prozent.
Marktwert abhängig von der Nachfrage
„Wie hoch der Marktwert im Endeffekt ausfällt, richtet sich nach den Bedingungen vor Ort“, so Kaspar, „die Nachfrage ist da ausschlagebend. Bei den Marler Immobilien um 100.000 Euro ist die eben höher als bei Immobilien bei 300.000 Euro.“ Wie die Anpassung für den Marktwert ausfällt, zeigen die Grundstücksmarktberichte der jeweiligen Kommune an. Die sind käuflich bei den Verwaltungen zu erhalten.
Vor allem aus Interesse lassen Eigenheimbesitzer den Wert ihrer Immobilie berechnen, aber auch, wenn sie das Haus verkaufen wollen. Doch auch bei Erbschaften spielt die Wertermittlung eine Rolle. „Wenn zwei Erben eine Immobilie übertragen bekommen haben und einer von beiden die Immobilie nicht haben will, kann er sich seinen Anteil anhand des Werts auszahlen lassen“, sagt Kaspar. Wichtig ist der Wert auch bei Scheidungen.