
Zunächst brauchen Mülltonnen einen schattigen Platz. „Weder die Bio- noch die Restmülltonne sollte in der prallen Sonne stehen“, rät Michael Pommer von der DIY-Academy in Köln. „Sonst beschleunigt sich die Gärung, und das führt dann zu dem berüchtigten Gestank.“ Und womöglich auch zu Klagen der Nachbarn.
Kleider machen Mülltonnen
Um Fliegen fernzuhalten und damit Eiablagen zu vermeiden, sollte der Tonnendeckel immer fest geschlossen sein - und die Tonne in jedem Fall sicher stehen. Wer weder Bäume noch Unterstände als Schattengeber für die Tonne zur Verfügung hat, kann sich im Baumarkt Unterstützung holen: Dort kann man Bausätze für Mülltonnenverkleidungen kaufen. Das sind Behälter mit Tür und Abdeckklappe, aus denen die Tonne nur noch bei der Abholung herausgefahren wird. Es gibt sie aus Kunststoff, Aluminium oder auch teuren Hölzern.
„Hässlich muss das nicht sein“, sagt Pommer, und rät eine kleine Natursteinmauer um den Unterstand anzulegen und Pflanzen ringsum zu gruppieren. Teurer seien Tonnen mit speziellen Filterdeckeln. Die Kohlefilter bauen Gase ab und beugen Schimmelbildung vor, müssen aber auch relativ häufig ausgewechselt werden.

Um die Feuchtigkeit in der Tonne zu verringern und Insekten fernzuhalten, gibt es außerdem einige Hausmittel: Zeitungspapier und Eierkartons, spezielle Kalkpulver, starke Gewürze und FCKW-freie Zitrussprays. Bei hohen Temperaturen sind Maden auf Fleisch- oder Fischresten in der Tonne allerdings kaum zu vermeiden. Pommer rät in diesem Fall: „Einfach den Wasserschlauch nehmen und die Tonne über dem Gully ein bis zweimal pro Saison kräftig ausspülen - zur Not mit etwas Spülmittel.“ Auf keinen Fall darf die Biotonne mit Desinfektionsmitteln bearbeitet werden - schließlich soll der Abfall verwertbare Biomasse bleiben.
Verzicht auf kompostierbare Folienbeutel
Kompostierbare Folienbeutel für den Biomüll sind zwar praktisch, sie zersetzen sich in der Intensivrotte trotzdem meist zu spät, werden aussortiert und enden als Recyclingproblem. Eine gewöhnliche Bäcker- oder sonstige Papiertüte sei da im Zweifelsfall besser. „Kommt der Biomüll in eine Kompostierungsanlage, sollte man keine gekochten Essensreste in die Tonne werfen, um den Kompostierungsprozess nicht zu behindern.
Gleiches gilt für den Komposthaufen im Garten. Auf dem sollten im Sommer keine Speisereste landen - schon wegen der Ratten. Auch um den Verrottungsprozess nicht zu stören und eine optimale Humusbildung zu fördern, sind Zitrusschalen, fauliges Obst, Unkräuter, ätherische Öle, erkrankte oder gar giftige Pflanzen vom Kompost fernzuhalten. „Wichtig ist, dass den grünen, stickstoffhaltigen Materialien wie Rasenschnitt oder Küchenabfällen viel braunes, kohlenstoffhaltiges Material wie beispielsweise klein gehäckselte Sträucher und Äste beigegeben wird“, empfiehlt Wagner. Wer zuviel frischen Rasenschnitt auf den Haufen legt, sorge für üblen Gestank. Denn das aufeinandergepresste Gras beginnt schnell zu faulen. Kleine Mengen könnten Hobbygärtner stattdessen gleich zum Mulchen verwenden, zum Beispiel unter Hecken. Größere Mengen sollten direkt in die Kompostierungsanlage gebracht werden.
Nachhelfen mit Wasser
Wie die Mülltonnen sollte auch der Komposthaufen vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden, insbesondere, um eine Austrocknung in sommerlicher Hitze zu verhindern. Sonst hat man da sofort die Ameisen drin, und der Umsetzungsprozess wird unterbrochen. Eine Überdachung muss aber nicht sein. „Es reicht auch mal mit einer halben Gießkanne Wasser nachzuhelfen“, sagt Pommer. Wer einen klassischen Haufen zwischen Latten oder Maschendrahtzaun hat, muss darauf achten, dass der Kompost Kontakt zum Erdboden hat und auf einer Reisigmatte liegt. „Man kann aber auch mit Rottebeschleunigern aus einschlägigen Blumencentern nachhelfen“, empfiehlt Pommer. „Damit kommt man gut durch den Sommer.“