
In vielen Familien ist es Tradition, das Adventsgesteck selbst zu binden. Besonders für Kinder kann die Bastelei mit natürlichen Materialien aus dem Garten ein Erlebnis sein. «Das stimmt alle auf die Weihnachtszeit ein», sagt Klaus Götz von der Landesvertretung Baden-Württemberg des Deutschen Floristenverbands in Stuttgart.
Passende Unterlage
Kränze kann man auch schon gebunden kaufen und dann selbst dekorieren. Wer den Kranz selbst binden möchte oder das Gesteck allein anfertigen will, sollte sich zunächst eine entsprechende Unterlage besorgen. Strohkränze, auch Strohrömer genannt, sorgen für die nötige Stabilität, erklärt Götz. Es gibt sie von 20 bis zirka 60 Zentimeter Durchmesser. «Die Zweige werden daran mit sogenannten Steckhaften befestigt», erläutert Mechtild Ahlers von der Niedersächsischen Gartenakademie in Bad Zwischenahn. Als Unterlage für Gestecke eignen sich auch Steckmasse, Moos oder frischer Ton.
«Mit etwas Geschick lässt sich aus dickerem Grün eine Kranzunterlage selbst basteln», sagt Karin Schlag, Buchautorin und Floristin, die in der Nähe von Basel lebt. Dafür sollte man diese mit stabilem Draht fest umwickeln. «Wenn kleine Kinder mit im Haus leben, ist zu überlegen, ob man den Kranz lieber mit einer Lichterkette statt mit Kerzen verziert», rät sie.
Robust und preiswert: die Nordmanntanne
Traditionell werden für Kränze Zweige von Weißtanne und Fichte verwendet. «Sie haben den großen Vorteil, dass sie duften», sagt Götz. Dafür verlieren sie in geheizten Räumen relativ schnell ihre Nadeln. Robuster und preiswert ist dagegen die Nordmanntanne. Auch die Nobilis-Tanne ist nadelfest. «Wegen ihrer blau-grauen Farbe ist sie allerdings nicht mehr so gefragt», erklärt Ahlers. Die meisten Menschen wünschten sich ein sattes Grün, das am besten noch gut riecht. Zunehmend werden deshalb duftende Wacholderarten verwendet.
«Am beliebtesten sind nach wie vor klassische grüne Gestecke mit roten oder weißen Kerzen», sagt Ahlers. Bei der Dekoration geht der Trend zur Natürlichkeit: Verwendet werden dafür Nüsse, getrocknete Orangenscheiben, kleine Äpfel, Zimtstangen, Anissterne oder Gebäck. Die Obstscheiben kann man entweder auf Zeitungspapier an der Heizung, im Backofen über mehrere Stunden bei geringer Wärme und Umluft oder über Nacht in einem Dörrautomaten trocknen.
Nelken und Orangen
Wer etwas Außergewöhnliches ausprobieren möchte, könne bei der Adventsdekoration auch ganz auf Tannengrün verzichten, empfiehlt Schlag. Dafür nimmt man einen großen Teller, stellt unterschiedlich hohe Kerzen hinein und legt dazu ein paar ganze Orangen, die - beispielsweise spiralenförmig - mit Nelken gespickt wurden. Ringsherum lassen sich viele Kugeln unterschiedlicher Farben, etwa in Orange, Gold und Rot, drapieren. «Das sieht prunkvoll aus», so Schlag. Etwas natürlicher mutet dieses Arrangement an, wenn das Gefäß mit Erdnüssen, Walnüssen oder Mandeln befüllt wird.
Auch aus Olivenzweigen lassen sich lockere Kränze binden und diese dekorieren. «Eine schöne Tradition sind die sogenannten Barbarazweige», sagt Schlag. Dafür werden am 4. Dezember, dem Barbaratag, Zweige von Obstbäumen geschnitten und in die Vase gestellt - zu Weihnachten blühen diese dann. Für blühende Gestecke eignet sich frische Steckmasse, welche zunächst in Wasser getaucht wird und später auch gegossen werden kann. «Eine edle Kombination sind Pistazienzweige mit roten oder weißen Rosen. Dazu passen Spitzkerzen», ergänzt Schlag.