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Mieter können Kaution und Courtage umgehen


Kaution oder Courtage sind Mietern ein Dorn im Auge, belasten sie das Portemonnaie zu Beginn eines Mietverhältnisses um ein Weiteres. Beide sind aber in bestimmten Fällen umgehbar. Während die Courtage bei Zahlung aber ohnehin flöten geht, sollen Mieter vor allem bei der Kaution auf eine sichere Anlage achten.

von Tobias Patzkowsky am 22.10.2010

[caption id="attachment_2040" align="aligncenter" width="450" caption="Eine Möglichkeit zum Geldsparen: Mieter können Kaution und Courtage sparen."][/caption]

Mitte der 1990er Jahre geschah in Haltern das schier Unfassbare: Eine Immobiliengesellschaft prellte ihre Mieter um die scheinbar sichere Kaution. Als Sicherheit für eventuelle Mietschäden hatten sie diese auf ein Sparkonto des Vermieters überwiesen. Doch der stopfte seine eigenen finanziellen Löcher, um der Pleite zu entgehen. Der Betrug flog auf. Alleine beim Mieterschutzbund in Recklinghausen wehrten sich 30 Mieter.  

Genau auf die Anlage des Vermieters achten  

"Solche Fälle kommen heute aber eigentlich gar nicht mehr vor", sagt Geschäftsführer Claus O. Deese. Trotzdem rät er, bei der Kaution genau auf die Anlage zu achten. Klassisch ist nämlich immer noch  die Barkaution. Mieter überwiesen wie im Halterner Fall dem Vermieter das Geld direkt. "Es gibt bei der Kaution aber eine Auskunftspflicht, wo sie angelegt ist." Außerdem sei das Geld weg, wenn der Vermieter pleite geht.  

Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt der Mieterschützer aber andere Regelungen: Bei einer Bankbürgschaft fließt zwar kein reales Geld, die Bank steht aber dafür ein, dass im Falle eines Schadens ein Kredit gewährt wird. "Das lassen sich die Banken aber selbst bezahlen und nehmen den Avalzins", weiß Deese.  

Konto eröffnen, Sparbuch an Vermieter abgeben  

Der Ausweg: Der Mieter eröffnet selbst ein Sparkonto, zahlt die Kaution ein und übergibt das Sparbuch dem Vermieter. "So ist der Mieter abgesichert im Falle einer Vermieter-Pleite und der Vermieter hat die Gewissheit, dass eine Kaution hinterlegt ist." Keiner käme ohne Weiteres an das Konto heran.  

Allerdings bezweifelt Deese vor allem im Vest die Notwendigkeit einer Kaution. "Weil viele Wohnungen leer stehen, verzichten viele Vermieter schon auf die Kaution, um den Mietern nicht weitere finanzielle Hürden aufzuladen." Im Vest bestehe großes Verhandlungspotenzial, die Kaution vertraglich erst gar nicht festzulegen.  

Courtage im Vest nur bei Luxuswohnungen  

Anders die Courtage: Sie ist quasi der Verdienst des Marklers, einmalig fällig und wird im Gegensatz zur Kaution nicht wieder ausgezahlt. Doch auch hier gibt es Auswege: "Viele Angebote, bei denen eine Courtage erhoben wird, sind oft noch mit der Anschrift des wirklichen Vermieters versehen", sagt Deese. Hinter dem Rücken des Maklers den Vermieter zu kontaktieren und die Courtage so zu umgehen, sei nur rechtens. Das funktioniert aber nur, solange der Vermieter den Bewerber nicht zurück zum Makler schickt. Für den Vermieter sei es ohnehin die leichtere Variante.  

Im Vest würden Courtages aber ohnehin nur bei hochpreisigen Wohnungen verlangt: "Wer hier eine Mietwohnung über einen Markler vermietet, muss eine Luxuswohnung haben", so Deese. Weil viele Wohnungen im Vest leer stehen, verzichten viele Vermieter auf die Dienste eines Maklers, um ihre Wohnung so ohne Courtage an den Mann zu bringen.

Hier geht's zur Diskussion: Rechtliche Probleme? - Der Austausch

Hintergrund:


Eine Kaution gilt als Sicherheit für den Vermieter bei eventuellen Mietschäden, die erst nach Abschluss eines Mietverhältnisses offensichtlich werden. Abhängig von der Schadenshöhe kann sie der Vermieter einbehalten. Muss der ehemalige Mieter nachträglich beispielsweise noch eine Nachzahlung bei der Nebenkostenrechnung leisten, kann der Vermieter diese auch mit der Kaution verrechnen. Die Kaution darf höchstens drei monatliche Kaltmieten betragen; zwei sind üblich. Es ist möglich, die Kaution in drei monatlichen Raten zu zahlen. Die Courtage (auch: Provision)hingegen ist eine Gebühr für die Vermittlung der Wohnung an den Markler. Sie darf höchstens 3,57 Monatskaltmieten inkl. Mehrwertsteuer betragen. 

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