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Haustiere bedeuten große Verantwortung


Tierärztin Anne Preising leitet seit zehn Jahren eine Kleintier-Praxis in Oer-Erkenschwick. Im Interview erklärt sie, was man bei der Anschaffung eines Haustieres beachten muss und warum Tiere das Leben bereichern.

von Alexander Kruse am 26.07.2011



Was war das exotischte Tier, das Sie in Ihrer Praxis behandelt haben?
Anne Preising: Ich habe schon viele ungewöhnliche Haustiere hier in der Praxis gehabt. Unter anderem Leguane, eine Boa Constrictor oder das Huhn „Beate".    

Gibt es Haustiere, von denen Sie abraten würden?
Nein. Man muss sich aber im Klaren darüber sein, dass ein Haustier eine Menge Verantwortung bedeutet. Wenn man bereit ist, diese zu übernehmen, gibt es keine Einwände gegen ein Haustier.    

[caption id="attachment_387" align="alignright" width="234" caption="Tierärztin Anne Preising"][/caption]

Was muss man vor der Anschaffung eines Haustieres beachten?
Vor allen Dingen sollte die Frage geklärt sein, welches Haustier am besten zu mir und meinen Wohnverhältnissen passt. Falls man zur Miete wohnt, muss im Mietvertrag nachgesehen werden, welche Tiere man überhaupt halten darf. Die verschiedenen Haustierarten haben natürlich ganz unterschiedliche Ansprüche an ihren Halter: Ein Hund ist nicht weniger als ein zusätzliches Familienmitglied, das nicht länger als vier bis sechs Stunden am Tag allein gelassen werden sollte. Wenn man arbeitet, ist das schon mal schwierig. Auch die Kostenfrage muss gut durchdacht worden sein. Allein das Futter, die Impfungen und Wurmkuren kosten bei einem Hund schon eine ganze Menge. Und wenn das Tier dann noch krank wird... 100 Euro im Monat kommen da schnell zusammen.

Wie verhält es sich bei kleineren Haustieren?
Katzen sind räumlich weniger anspruchsvoll. Allerdings kann die reine Wohnungshaltung Verhaltensprobleme mit sich bringen. Rassekatzen sind diesbezüglich anspruchsloser. Die Haltung von Haustieren aus den Bereichen Terraristik und Aquaristik ist mit sehr viel Aufwand verbunden. Bei solchen Tieren muss man sich im Vorfeld schon sehr schlau machen, um sie artgerecht zu halten.   

Ab welchem Alter kann man Kinder mit der Verantwortung für ein Haustier betrauen?
Auch wenn ich es sehr befürworte, dass Kinder mit Tieren aufwachsen, bin ich der Meinung, dass das Kind niemals die Verantwortung alleine tragen darf. Es muss immer ein Erwachsener dahinterstehen, der dem Kind das Verantwortungsbewusstsein für das Tier vorlebt. Trotzdem sollten Kinder an der täglichen Pflege und Versorgung eines Haustieres teilhaben. So lernen sie Verantwortung.   

Wie können Haustiere das Leben bereichern?
Auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Kinder erlernen Respekt vor dem Leben. Für ältere Leute kann ein Haustier sogar zum Ansprechpartner werden. Gerade Hunde sind echte Sozialpartner, die nicht nur nehmen, sondern auch geben können. Katzen verhalten sich unabhängiger und entziehen sich auch mal. Außerdem ist der Gesundheitsaspekt nicht zu vergessen. Hunde müssen regelmäßig Gassi gehen, was auch den Haltern gut tut. Ein befreundeter Hausarzt sagt immer, er würde seinen Patienten oftmals lieber Hunde als Medikamente verschreiben.   

Haben Sie selbst Tiere?
Ja: einen Hund, eine Katze und zwei Pferde.  

Mit Anne Preising sprach Alexander Kruse.

 

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