
Wer neu baut oder alte Fenster und Türen austauschen möchte, sollte darauf achten, dass die Neuanschaffungen den Anforderungen der DIN V ENV 1627 gerecht werden und mindestens die Kriterien der Widerstandsklasse (WK) 2 erfüllen. Derart geprüfte einbruchhemmende Fenster und Türen zeichnen sich dadurch aus, dass sie in ihrer Konstruktion als Ganzes keine Schwachstellen mehr aufweisen, die Einbrecher ausnutzen könnten.
Sollen hingegen keine neuen Fenster und Türen eingebau werden, können die vorhandenen Elemente auch mit mechanischer Sicherungstechnik nachgerüstet werden, was ebenfalls eine deutliche Verbesserung in puncto Einbruchschutz bringt.
Bei den Fenstern empfiehlt die Kriminalpolizei vor allem, die üblichen Rollbolzen der Fensterschließvorrichtung gegen Pilzkopfbeschläge auszutauschen. Besonders in Verbindung mit abschließbaren Fenstergriffen stellen diese jeden Einbrecher vor eine echte Herausforderung.

Der Einbau einbruchhemmender Verbundsicherheitsgläser nach DIN 52290 stellt eine zusätzliche Möglichkeit dar - allerdings sind sie nur in Verbindung mit dem oben genannten Aufhebelschutz sinnvoll.
Bei häufig gekippten Fenstern können Fenstergitter Eindringlinge fernhalten. Neben der Stabilität des Gitters kommt es hier vor allen Dingen auf die professionelle Montage und die fachgerechte Absicherung gegen Demontage an.
Auch Kellerfenster und Lichtschächte dürfen nicht vergessen werden. Betonierte Kellerlichtschächte kann man mit Hilfe von Rollenrostsicherungen oder Elementen aus stahlarmierten Glasbetonbausteinen gut schützen. Ein Minimum an Sicherheit bieten spezielle Abhebesicherungen für Gitterroste, die, idealerweise aus Flacheisen, tief im Lichtschacht verankert werden sollten. Bei Kunststofflichtschächten wird die Befestigung im Mauerwerk empfohlen.

Türen können beispielsweise durch Einsteckschlösser mit Profilzylindern bzw. Schutzbeschlägen sicherer gemacht werden. Empfehlenswert sind einbruchhemmende Einsteckschlösser nach DIN 18251 der Klasse 3 oder 4. In diese sollten Profilzylinder nach DIN 18252 der Klasse P2 oder P3 mit Bohrschutz eingebaut werden. Darüber hinaus ist die Montage eines Schutzbeschlages nach DIN 18357 erforderlich, der am besten eine zusätzliche Zylinderabdeckung aufweisen sollte. Der Schutzbeschlag ist dann in der Lage, Profilzylinder und Einsteckschloss vor Fremdeinwirkung zu schützen.
Auch die richtigen Türrahmen, Schließbleche und Türblätter erschweren dem Einbrecher seine Tat. Türrahmen (Zargen) müssen mechanisch stabil mit dem Mauerwerk verbunden sein. Verlängerte, am besten mehrfach im Mauerwerk verankerte Schließbleche mit einer Materialstärke von drei Millimetern machen dem Täter ein Aufhebeln im Schlossbereich äußerst schwer.
Daneben sollte auch der Bandbereich geschützt werden. Spezielle Bändersicherungen leisten hier gute Dienste.
Im Hinblick auf die Türblätter gibt es grundsätzlich zwei Alternativen, erhöhte Sicherheit zu erreichen. Die vorhandenen schwachen Türblätter können entweder verstärkt oder - besser noch - gegen massive Türblätter ausgetauscht werden.

Zusatzschlösser, Türspaltsperren, Mehrfachverriegelung und Querriegelschlösser können ebenfalls vor ungebetenen Besuchern schützen. So verhindert etwa der Sperrbügel, dass die einen Spaltbreit geöffnete Tür aufgestoßen wird. Querriegelschlösser können mit integriertem Sperrbügel erworben werden.
Klar, dass auch Nebeneingangstüren nicht vernachlässigt werden dürfen. Ihre Widerstandsklasse sollte grundsätzlich der der Eingangstür entsprechen - beziehungsweise entsprechend nachgerüstet werden.
Bei alledem sollte unbedingt beachtet werden, dass nur ein fachgerechter Einbau von Fenstern und Türen bzw. deren Sicherheitselementen den vollen Schutz gewährleistet.
Das landesweiten
Netzwerk „Zuhause sicher“, in welchem Polizei, Handwerk sowie Unternehmen aus Industrie, Handel und Versicherungswirtschaft miteinander kooperieren, bietet eine Liste zertifizierter Handwerksunternehmen aus der Region an. Informationen für die Bürger im Vest gibt es bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Recklinghausen, Tel. 02361/55-3344.
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